Diagnostik von Traumafolgestörungen

Eine gute Therapie beginnt mit einem guten Verständnis.

Nicht jede psychische Belastung hat dieselbe Ursache. Ähnliche Beschwerden können ganz unterschiedliche Hintergründe haben und deshalb unterschiedliche therapeutische Wege erfordern.

Deshalb beginnt eine Traumatherapie in meiner Praxis nicht mit einer Methode, sondern mit einer sorgfältigen Diagnostik.

Sie bildet die Grundlage für eine individuell abgestimmte Behandlung.


Warum eine Diagnostik wichtig ist

Menschen mit Traumafolgestörungen leiden häufig unter Beschwerden wie Ängsten, innerer Anspannung, Erschöpfung, Selbstzweifeln, Schlafstörungen oder Schwierigkeiten in Beziehungen.

Diese Beschwerden können im Zusammenhang mit traumatischen Erfahrungen stehen – müssen es aber nicht.

Umgekehrt zeigen sich Traumafolgestörungen oft ganz anders, als viele Menschen erwarten. Nicht jeder erinnert sich an ein einzelnes belastendes Ereignis. Gerade Entwicklungs- oder Bindungstraumata entstehen häufig über einen längeren Zeitraum und bleiben deshalb lange unerkannt.

Eine sorgfältige Diagnostik hilft dabei, Zusammenhänge zu erkennen und die Beschwerden besser einzuordnen.


Was gehört zur Diagnostik?

Die Diagnostik umfasst mehrere Bausteine.

Dazu gehören unter anderem:

  • ausführliches Anamnesegespräch
  • Erfassung der aktuellen Beschwerden
  • Betrachtung der Lebensgeschichte und möglicher belastender Erfahrungen
  • differenzierte diagnostische Einordnung
  • wissenschaftlich fundierte Fragebögen und Screeninginstrumente (bei Bedarf)
  • bei Kindern und Jugendlichen entwicklungsangemessene diagnostische Verfahren, z. B. spielerische oder projektive Methoden wie Familie in Tieren oder Sandkastendiagnostik

Dabei geht es nicht darum, Menschen auf eine Diagnose zu reduzieren. Ziel ist vielmehr, Ihre individuelle Situation möglichst genau zu verstehen.


Traumafolgestörungen unterscheiden

Nicht jede Traumafolgestörung zeigt sich auf dieselbe Weise.

Im Rahmen der Diagnostik prüfe ich unter anderem, ob Hinweise bestehen auf:

  • eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS),
  • eine Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (kPTBS),
  • Entwicklungs- oder Bindungstraumafolgen,
  • Folgen emotionaler Gewalt oder Vernachlässigung,
  • Belastungen nach Geburt oder medizinischen Eingriffen.

Ebenso ist es wichtig, andere psychische Erkrankungen oder zusätzliche Belastungsfaktoren in die diagnostische Einschätzung einzubeziehen.


Diagnostik schafft Orientierung

Viele Menschen erleben bereits das diagnostische Gespräch als entlastend.

Nicht, weil damit alle Fragen beantwortet wären, sondern weil Beschwerden erstmals in einen verständlichen Zusammenhang gebracht werden können.

Eine Diagnose ist dabei kein Etikett.

Sie dient als Orientierung und hilft dabei, gemeinsam die passende therapeutische Vorgehensweise zu entwickeln.


Der Weg zur passenden Behandlung

Erst auf Grundlage einer sorgfältigen Diagnostik lässt sich entscheiden, welche Behandlung für Ihre persönliche Situation sinnvoll ist.

Je nach Fragestellung können unterschiedliche wissenschaftlich fundierte traumatherapeutische Verfahren zum Einsatz kommen, beispielsweise EMDR, Narrative Expositionstherapie (NET), Imagery Rescripting & Reprocessing Therapy (IRRT) oder Hypnotherapie.

Welche Methode eingesetzt wird, richtet sich nicht nach einem festen Schema, sondern nach Ihren Beschwerden, Ihren Ressourcen und Ihren therapeutischen Zielen.


Häufige Fragen zur Diagnostik von Traumafolgestörungen

Das lässt sich im Rahmen einer sorgfältigen diagnostischen Abklärung beurteilen. Nicht jede psychische Belastung ist traumabedingt – und nicht jede Traumafolgestörung zeigt sich auf den ersten Blick.

Die Diagnostik umfasst ein ausführliches Gespräch, die Erfassung Ihrer Beschwerden, die Betrachtung Ihrer Lebensgeschichte und – falls sinnvoll – den Einsatz wissenschaftlich fundierter Fragebögen oder weiterer diagnostischer Verfahren.

Nein. Viele Menschen sind unsicher, ob ihre Beschwerden mit belastenden Erfahrungen zusammenhängen. Genau diese Frage wird im diagnostischen Prozess gemeinsam geklärt.

Ja. Bei Kindern und Jugendlichen werden die diagnostischen Verfahren dem Entwicklungsstand angepasst. Je nach Fragestellung kommen auch spielerische und projektive Verfahren zum Einsatz

Nächste Schritte

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Beschwerden mit belastenden oder traumatischen Erfahrungen zusammenhängen könnten, berate ich Sie gerne in einem persönlichen Gespräch.

Gemeinsam klären wir, welche diagnostischen Schritte sinnvoll sind und welches therapeutische Vorgehen zu Ihrer Situation passt.

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