Traumafolgen

Orientierung zu den verschiedenen Formen von Traumafolgen

Belastende oder traumatische Erfahrungen können Menschen sehr unterschiedlich beeinflussen. Welche Folgen sich entwickeln, hängt unter anderem von der Art, der Dauer und dem Zeitpunkt der belastenden Erfahrungen sowie von individuellen Schutzfaktoren ab.

Für die Beschreibung dieser Zusammenhänge werden unterschiedliche Fachbegriffe verwendet. Manche beschreiben bestimmte Entwicklungs- oder Beziehungserfahrungen, andere sind offizielle medizinische Diagnosen.

Auf dieser Seite erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Begriffe und erfahren, welche traumatherapeutischen Behandlungsschwerpunkte es in meiner Praxis gibt.


Traumatherapeutische Behandlungsschwerpunkte

Zu den traumatherapeutischen Behandlungsschwerpunkten meiner Praxis gehören unter anderem:


Entwicklungstrauma

Der Begriff Entwicklungstrauma beschreibt belastende Erfahrungen während wichtiger Entwicklungsphasen in der Kindheit und Jugend. Gemeint sind Situationen, in denen Kinder über längere Zeit überfordert werden oder wichtige Entwicklungserfahrungen nicht machen können.

Entwicklungstraumata sind keine eigenständige Diagnose, sondern ein Fachbegriff, der hilft, mögliche Zusammenhänge zwischen frühen Erfahrungen und heutigen Belastungen besser zu verstehen.

Mehr über Entwicklungstrauma erfahren


Bindungstrauma

Ein Bindungstrauma beschreibt belastende Erfahrungen innerhalb wichtiger Beziehungen, insbesondere zu frühen Bezugspersonen.

Es kann entstehen, wenn Kinder dauerhaft zu wenig Sicherheit, Schutz oder emotionale Verfügbarkeit erleben oder wenn dieselben Personen gleichzeitig Quelle von Sicherheit und Angst sind.

Auch Bindungstrauma ist keine offizielle Diagnose, sondern ein Fachbegriff zur Beschreibung bestimmter Beziehungserfahrungen.

Mehr über Bindungstrauma erfahren


Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine anerkannte Diagnose der ICD-10 und ICD-11.

Sie kann nach außergewöhnlich belastenden oder bedrohlichen Ereignissen entstehen und ist durch typische Merkmale wie Wiedererleben, Vermeidung und anhaltende Alarmbereitschaft gekennzeichnet.

Mehr über die PTBS erfahren


Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (kPTBS)

Die komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (kPTBS) ist eine Diagnose der ICD-11.

Sie beschreibt mögliche Folgen langandauernder oder wiederholter traumatischer Erfahrungen und umfasst zusätzlich Schwierigkeiten in der Emotionsregulation, im Selbstbild und in zwischenmenschlichen Beziehungen.

Nicht jedes Entwicklungs- oder Bindungstrauma führt zu einer komplexen PTBS. Ebenso entwickelt nicht jeder Mensch nach langandauernden Belastungen eine komplexe PTBS.

Mehr über die komplexe PTBS erfahren


zusammenfassend:

Begriffoffizielle
Diagnose?
Worum geht es?
EntwicklungstraumaNeinAuswirkungen früher belastender Entwicklungsbedingungen
BindungstraumaNeinBelastende Erfahrungen in frühen Beziehungen
PTBSJa (ICD-10/11)Folgen einzelner oder mehrerer traumatischer Ereignisse
kPTBSJa (ICD-11)Folgen langandauernder oder wiederholter Traumatisierungen

Welche Auswirkungen können Traumafolgen haben?

Traumafolgestörungen und andere Folgen belastender Erfahrungen können – müssen aber nicht – verschiedene Bereiche des psychischen Erlebens beeinflussen.

Dazu gehören beispielsweise

  • das Selbstwertgefühl,
  • das Selbstbild,
  • die Emotionsregulation,
  • das Erleben von emotionaler Sicherheit,
  • der Umgang mit Stress und Belastungen,
  • Scham und Schuldgefühle,
  • Selbstzweifel,
  • die Gestaltung von Beziehungen sowie
  • der Umgang mit Leistung und Perfektionismus.

Welche Auswirkungen sich entwickeln, ist individuell unterschiedlich. Nicht alle Schwierigkeiten in diesen Bereichen gehen auf traumatische Erfahrungen zurück. Ob ein Zusammenhang besteht, lässt sich nur im Rahmen einer sorgfältigen diagnostischen Abklärung beurteilen.


Wann kann professionelle Unterstützung sinnvoll sein?

Wenn belastende oder traumatische Erfahrungen den Alltag, Beziehungen oder das berufliche Leben dauerhaft beeinträchtigen oder der Wunsch entsteht, wiederkehrende Muster besser zu verstehen, kann eine traumabezogene Differentialdiagnostik hilfreich sein.

Im gemeinsamen Gespräch lässt sich klären, welche Faktoren zu den aktuellen Belastungen beitragen und welche therapeutischen Möglichkeiten im individuellen Fall sinnvoll sein können.


Sie möchten sich über einzelne Themen informieren?

Auf den jeweiligen Unterseiten finden Sie ausführliche Informationen zu Entwicklungstrauma, Bindungstrauma, PTBS, komplexer PTBS, emotionaler Gewalt, Geburtstrauma und posttraumatischem Wachstum.

Wie eine traumatherapeutische Behandlung in meiner Praxis abläuft und welche Grundsätze meine Arbeit leiten, erfahren Sie auf der Seite „So arbeite ich“.


Sie vermuten, dass belastende oder traumatische Erfahrungen mit Ihren heutigen Beschwerden zusammenhängen könnten?

In meiner Praxis in Detmold biete ich eine sorgfältige diagnostische Einschätzung sowie wissenschaftlich fundierte Traumatherapie bei unterschiedlichen Traumafolgestörungen an.

Termin vereinbaren