So arbeite ich

Hinter jedem Symptom steckt eine Geschichte.

Menschen kommen selten wegen ihrer Lebensgeschichte in meine Praxis. Sie kommen, weil sie unter Ängsten, Selbstzweifeln, innerer Anspannung, Perfektionismus, belastenden Beziehungsmustern oder anderen Beschwerden leiden.

In meiner Arbeit betrachte ich diese Symptome nicht als persönliche Schwäche und nicht als etwas, das einfach beseitigt werden muss. Häufig sind sie nachvollziehbare Reaktionen auf Erfahrungen, die ein Mensch in seinem Leben gemacht hat.

Deshalb steht für mich am Anfang einer Traumatherapie nicht die Frage:

„Wie bekommen wir das Symptom möglichst schnell weg?“

Sondern:

„Welche Funktion hatte dieses Symptom einmal? Wobei hat es geholfen?“


„Symptome erzählen nicht, was mit einem Menschen nicht stimmt. Sie erzählen, was ein Mensch erlebt hat.“


Symptome sind Lösungen von gestern

Unser Gehirn und unser Nervensystem lernen ein Leben lang. Besonders in belastenden Situationen entwickeln sie Strategien, die helfen, mit Angst, Unsicherheit oder emotionalem Schmerz umzugehen.

Ein Kind, das ständig aufmerksam sein musste, entwickelt vielleicht eine hohe innere Alarmbereitschaft. Wer nur durch Leistung Anerkennung erfahren hat, entwickelt möglicherweise Perfektionismus. Wer gelernt hat, Konflikte zu vermeiden, stellt vielleicht dauerhaft die eigenen Bedürfnisse zurück.

Diese Strategien sind keine Fehler. Sie waren häufig die bestmögliche Lösung unter den damaligen Bedingungen.

Was früher Schutz gegeben hat, kann heute jedoch zur Belastung werden.

Deshalb geht es in der Traumatherapie nicht darum, gegen diese Schutzstrategien anzukämpfen. Es geht darum zu verstehen, warum sie entstanden sind – und warum sie heute oft nicht mehr gebraucht werden.

Viele Menschen erleben allein dieses Verständnis bereits als große Entlastung. Aus dem Gedanken „Mit mir stimmt etwas nicht.“ kann langsam werden: „Es gibt gute Gründe dafür, warum ich heute so reagiere.“

Deshalb ist Psychoedukation ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit. Wer versteht, wie Traumafolgen entstehen und warum das Nervensystem heute noch auf vergangene Erfahrungen reagiert, kann die eigenen Reaktionen oft besser einordnen – und sich selbst mit mehr Mitgefühl begegnen.


„Menschen verändern sich nicht durch das Bild eines neuen Zustands. Sie verändern sich durch neue Erfahrungen, die ihre inneren Prozesse verändern.“


Veränderung braucht neue Erfahrungen

Viele Menschen wünschen sich, selbstbewusster zu werden, weniger Angst zu haben oder endlich zur Ruhe zu kommen.

Diese Wünsche beschreiben das Ziel. Sie beschreiben jedoch noch nicht den Weg dorthin.

Nachhaltige Veränderung entsteht aus meiner Sicht nicht allein durch Einsicht, gute Vorsätze oder den Wunsch, anders zu sein.

Sie entsteht, wenn das Nervensystem neue Erfahrungen machen kann.

In der Traumatherapie geht es deshalb darum, Bedingungen zu schaffen, unter denen Sicherheit, Selbstwirksamkeit, Vertrauen und emotionale Verbundenheit wieder erlebt werden können. Mit jeder neuen Erfahrung verliert das Nervensystem ein Stück der Überzeugung, dass die alten Schutzstrategien weiterhin notwendig sind.

Veränderung geschieht selten plötzlich. Sie entwickelt sich Schritt für Schritt – durch Erfahrungen, die dem Gehirn zeigen, dass heute andere Möglichkeiten bestehen als damals.


„Viele Menschen wissen nicht, dass heute wirksame traumatherapeutische Behandlungsmöglichkeiten bestehen – und leiden deshalb oft unnötig lange unter ihren Beschwerden.“


Hoffnung gehört für mich zur Therapie

Viele Menschen suchen erst sehr spät Unterstützung. Nicht selten haben sie viele Jahre versucht, ihre Beschwerden allein zu bewältigen. Manche glauben sogar, sie müssten einfach lernen, besser mit sich selbst umzugehen.

Dabei gibt es heute wissenschaftlich fundierte traumatherapeutische Verfahren, die helfen können, belastende Erfahrungen zu verarbeiten und ihre Folgen zu lindern.

Traumatherapie bedeutet nicht, die Vergangenheit ungeschehen zu machen. Sie kann jedoch dazu beitragen, dass Vergangenes nicht länger das heutige Erleben bestimmt.

Ich bin überzeugt, dass Veränderung möglich ist. Nicht, weil jeder Weg gleich verläuft oder jede Belastung vollständig verschwindet. Sondern weil unser Gehirn und unser Nervensystem ein Leben lang lern- und entwicklungsfähig bleiben.

Manchmal erleben Klientinnen und Klienten diese Hoffnung zunächst stärker bei mir als bei sich selbst.

Auch das gehört für mich zu meiner Aufgabe: die Überzeugung, dass Veränderung möglich ist, so lange mitzutragen, bis Menschen sie wieder selbst empfinden können.


Ich sehe nicht nur die Belastung – ich sehe auch die Stärke

In den vielen Jahren meiner therapeutischen Arbeit ist mir immer wieder eines begegnet:

Menschen mit Traumafolgestörungen halten sich oft für schwach.

Ich erlebe sie meist ganz anders.

Ich begegne Menschen, die unter schwierigen Bedingungen Wege gefunden haben weiterzumachen. Die Verantwortung übernommen, Beziehungen gestaltet, Familien gegründet oder beruflich ihren Platz gefunden haben – häufig trotz erheblicher innerer Belastung.

Für mich gehören Menschen mit Traumafolgestörungen zu den resilientesten Menschen überhaupt.

Gerade weil sie so viel bewältigt haben, tragen sie oft Fähigkeiten in sich, die ihnen selbst nicht bewusst sind.

Traumatherapie bedeutet für mich deshalb nicht, einen Menschen zu verändern.

Sie bedeutet, Belastendes zu verarbeiten, den Blick auf die eigene Geschichte zu verändern und wieder Zugang zu den eigenen Stärken, Bedürfnissen und Möglichkeiten zu finden.


Was Sie in meiner Praxis erwartet

  • eine sorgfältige diagnostische Einschätzung,
  • wissenschaftlich fundierte Traumatherapie,
  • Transparenz über den therapeutischen Prozess,
  • ausreichend Zeit, um Ihre persönliche Geschichte zu verstehen,
  • ein individuell abgestimmtes therapeutisches Vorgehen und
  • ein wertschätzender, respektvoller Umgang.

Therapeutische Methoden

Jeder Mensch bringt seine eigene Lebensgeschichte, seine eigenen Ressourcen und seine eigenen Ziele mit. Deshalb gibt es für mich nicht die eine Methode, die für alle Menschen gleichermaßen geeignet ist.

Je nach Anliegen und therapeutischer Fragestellung kombiniere ich wissenschaftlich fundierte traumatherapeutische Verfahren miteinander.

Dazu gehören unter anderem:

  • EMDR – zur Verarbeitung belastender Erinnerungen
  • Narrative Expositionstherapie (NET) – insbesondere bei komplexen und mehrfachen Traumatisierungen
  • Imagery Rescripting & Reprocessing Therapy (IRRT) – zur Bearbeitung belastender innerer Bilder und emotionaler Verletzungen
  • Hypnotherapie – zur Aktivierung innerer Ressourcen und zur Unterstützung therapeutischer Veränderungsprozesse

Welche Methode im Einzelfall sinnvoll ist, besprechen wir gemeinsam im Verlauf der Therapie.

Mehr über die einzelnen Verfahren erfahren Sie hier →

Nächste Schritte

Wenn Sie vermuten, dass belastende oder traumatische Erfahrungen mit Ihren heutigen Beschwerden zusammenhängen könnten, begleite ich Sie gerne dabei, diese Zusammenhänge besser zu verstehen und gemeinsam einen passenden therapeutischen Weg zu entwickeln.

→ Termin vereinbaren